Wissenswertes rund um die Birne

Foto: lichtbilddesigner-ei.com
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Die Ursprünge der heutigen Kultursorten finden sich von Vorderasien bis nach Frankreich. Bereits in der "Odyssee", also vor knapp 3000 Jahren werden die herrlichen Birnen im Garten des Alkinoos, des Königs des sagenhaften Volkes der Phäaken, beschrieben. Noch heute sind in den oben genannten Gebieten auch Wildformen beheimatet.

 

Zum Reifen und zur Aromaausbildung benötigt die Birne wesentlich mehr Wärme als der Apfel. Ihre Sorten bieten bietet große Geschmacksvielfalt bei Reifezeiten zwischen Ende Juli bis März.

 

Lagen mit hoher Luftfeuchtigkeit und eingeschlossene Standorte fallen wegen der erhöhten Schorfgefahr im Birnenbau aus. Auch Höhenlagen über 400 m über NN sind für den Birnenanbau nicht mehr geeignet. Ausnahmen sind geschützte Spaliere an Südwänden. Einige robuste Sorten wie z.B. Gute Graue, Doppelte Philippsbirne, Leipziger Rettichbirne, Petersbirne, Marianne, Elsa, Baronsbirne u.a. gedeihen auch noch in Gebirgs- und Rauhlagen. Winterbirnen benötigen dagegen wärmste Standorte im gemäßigten Klima. im Spalier vor einer Südost, Süd- oder Südwestwand kann man reife Winterbirnen ernten. Die einzige Winterbirne, die auch ohne Spalier bei uns ausreift, ist die Wilhelmine von Mecheln. Sie sollte allerdings lange -bis Anfang November - am Baum hängen bleiben. Besonders wärmeliebend sind Hardenponts Winterbutterbirne, Edelcrasane, Winterdechantsbirne, Vereinsdechantsbirne u.a. 

 

Birnbäume wurzeln tiefer als Apfelbäume und können deshalb Trockenperioden besser überstehen. Staunässe vertragen Birnen - wie auch Äpfel - nicht gut und reagieren darauf mit geringem Wachstum, Krankheiten, schlechtem Triebabschluss und höherer Holzfrostanfälligkeit. 

 

- Auszug aus "Birnensorten im Altkreis Biedenkopf"; Kreisverband Biedenkopf zur Förderung des Obstbaues, der Garten- und Landschaftspflege e.V.; 2. Auflage Mai 2016

 

 


 

 

Was ist eigentlich eine Winterbirne?

 

Winterbirnen sind erst spät im Jahr erntereif. Die Früchte müssen allerdings geerntet werden, bevor sie am Baum erfrieren. Anschließend werden sie gelagert, am besten dunkel und kühl. Sie können - je nach Sorte - noch bis zum Frühjahr verzehrt werden. 

- siehe "was wächst wann" -

 

 

Sommerbirnen 

 

Im Geschmack eher süß, gelangen Sommerbirnen bereits ab Juli zur Reife. Diese Früchte sind zum Frischverzehr gedacht und eher nicht zum Lagern geeignet, wobei man dies auch nicht ganz so pauschal sehen sollte. Z.B. "Williams Christ" (gelb) ist eine vorzügliche Tafelbirne und bestens für alle Verarbeitungsarten geeignet. Die rote Variante ist seltener und qualitativ unterlegen.

Die Williams Christ kann auch nach Lagerung im Kühllager bei +2°C noch ca. zwei Monate mit Genuss verzehrt werden. Wichtig ist hier allerdings der richtige Erntezeitpunkt.

 

 

Kochbirnen

 

Diese Früchte sind nicht als Tafelbirnen (also nicht zum Frischverzehr) geeignet, da sie sehr hart und eher aromalos sind und teilweise grasig anmutend schmecken. Durch das Kochen werden sie weich und ihr Birnenaroma kann sich entwickeln. Kochbirnen in Kompottform können hervorragend eingemacht werden. 

 

 

Mostbirnen

 

Für den Rohverzehr sind auch diese Früchte eher nicht geeignet. Die Früchte sind eher klein und wirken mitunter etwas schrumpelig. Sie werden verwendet, um Birnenmost zu keltern. Da man für die Saftgewinnung größere Mengen benötigt, sind Mostbirnen im privaten Bereich eher selten. 

 

 

 

 

Tafelbirnen

 

Unter dem Oberbegriff der Tafelbirne werden alle Birnensorten zusammengefasst, die sich zum Rohverzehr eignen. Oft sind die Früchte groß und glatt und verfügen über die typische Birnenform. Koch- und Mostbirnen sind keine Tafelbirnen. 

 

 

Quelle: http://www.gartenjournal.net/birnensorten (mit Ergänzung zum Thema "Sommerbirne")